Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters gem. § 89b HGB

Bei der Bestimmung der Höhe des Ausgleichsanspruchs gem. § 89b HGB wird laut BGH vermuten, dass der bisherige Gewinn des Vertragshändlers mit diesen Kunden auch dem Vorteil des Herstellers entspricht.

BGH v. 19.01.2010 - VIII ZR 149/09:

„Dem liegt die nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 29. März 1990 - I ZR 2/89, WM 1990, 1496 unter 3 c) gemäß § 287 ZPO zulässige Schätzung zugrunde, dass die der Beklagten nach Beendigung des Vertragsverhältnisses verbleibenden Vorteile aus der Geschäftsverbindung mit neuen Kunden, die die Klägerin geworben hat (§ 89b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HGB), der Höhe nach identisch sind mit den Verlusten, die die Klägerin infolge der Beendigung des Vertragsverhältnisses erleidet (§ 89b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 HGB aF)."